Aus der Werkzeugkiste: Selbstreflexion

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Selbstreflexion bedeutet, sich als Führungskraft wahrzunehmen. Das ist leicht gesagt, bedeutet aber auch, sich mit möglicherweise unerfreulichen Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Mitunter kann man sich selbst mit Antworten überraschen, wenn man sich kluge und ungewohnte Fragen stellt.

Im normalen Alltag fällt die Selbstreflexion häufig unter den Tisch. Ganz ehrlich: Wann nehmen Sie sich Zeit für diese Themen? Erscheint es Ihnen als Luxus, sich mit Ihrer eigenen Personal- und Führungsrolle zu beschäftigen? Sind Ihnen alle anderen Themen stets wichtiger?

Warum Selbstreflexion?

Es geht grundsätzlich um drei zentrale Aspekte:

  • Reflexion der eigenen Person und der vielfältigen Führungsrolle
  • Wertschätzung der eigenen Person und der eigenen Potenziale als Führungskraft
  • Beobachtung der eigenen Wirksamkeit im Führungsalltag

Sie könnten sich beispielsweise in einem ersten Schritt zu Ihrem Selbstbild befragen:

  • Was ist mir im Leben, in meinem Job wirklich wichtig?
  • Was bereitet mir Freude – im Leben und im Job?
  • In welcher Lebensphase stehe ich und welches sind meine zentralen Themen?
  • Was sind meine persönlichen Ziele im Leben, im Job, für meine persönliche Entwicklung?
  • Was will ich erreichen?
  • Welchen Preis bin ich bereit, dafür zu bezahlen?
  • Welche Triggerpunkte habe ich, auf die ich besonders stark reagiere?
  • Wie will ich führen, und wie führe ich derzeit?

Ist Ihnen bewusst, dass Ihre persönlichen, tief verankerten, ja oftmals vielleicht verkrusteten Haltungen, Standpunkte und Überzeugungen die Grundlagen für Ihr Führungshandeln sind? In diesen Haltungen spiegelt sich dann auf sehr menschliche Art das Bild wider, das Sie sich von der Welt, den Menschen und sich selbst machen.

Sie können sich mit den eigenen inneren Stärken verbünden, indem Sie – anstatt gegen anerzogene Grundüberzeugungen und vermutete Schwächen ankämpfen – die vorhandenen Stärken und Talente erkennen, entwickeln und ihnen die Chance zur Entfaltung bieten.

Für viele von uns ist das ein regelrechter Paradigmenwechsel. Es bedeutet, den Anspruch und das Ziel preiszugeben, sich jederzeit selbst steuern zu wollen und die Kontrolle zu behalten. Stattdessen machen wir uns selbst als „lebendes System“ versteh- und gestaltbar. Eigene Führung kann man somit auch als ein System begreifen, dessen Aufgabe nicht zuletzt darin besteht, Führung zu gestalten. Das klingt paradox, aber gerade im Ausbalancieren von Widersprüchen und Paradoxien der alltäglichen Herausforderungen. liegt ihre Kernaufgabe Und darum geht es ja auch ganz aktuell in unserer Welt.

Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit für eine Selbstreflexion genommen? Welche Haltung nehmen Sie ein? Was möchten Sie verändern?
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